Faszination Farbe


Wanderausstellung seit 2015

Farben, wie das Blau des Himmels oder das Grün der Wiesen, werden von uns oft als selbstverständlich wahrgenommen. Dabei vergessen wir, dass uns ständig eine fast unbegrenzte Vielfalt an Farben umgibt.

Aber was ist das, was wir als Farbe bezeichnen und wie entsteht sie? Sehen alle Menschen die gleichen Farben? Was ist Metamerie und welche Geschichte hat die Farbe Indigo?

In acht Themenbereichen mit vielen interaktiven Exponaten zeigt das Public Science Projekt des Carl Bosch Museums für alle Altersgruppen spannende naturwissenschaftliche Zusammenhänge. Man erfährt, welchen Einfluss unser Gehirn auf die Wahrnehmung von Farben hat oder wie kulturelle Unterschiede aussehen und kann Geschichten von der Höhlenmalerei bis zu neusten Farbentwicklungen entdecken.

Nach der ersten Station von September 2015 bis April 2016 im Carl Bosch Museum in Heidelberg wurde die Ausstellung von Oktober 2016 bis März 2017 im Wilhelm Ostwald Museum in Großbothen bei Leipzig gezeigt und von Mai 2017 bis Januar 2018 im Science Center Audioversum in Innsbruck.


Wissenschaftliches Team der Ausstellungsentwicklung: Sabine König, Jan Dübbers, Knut Völzke, Marion Jourdan, Bianca Flock, Hayo Hauptmann

Leise Designteam: Knut Völzke, Yamila Sauer, Vicky Corakas, Johannes Ott, Hans Hess, Nick Hoffmann

Auftraggeber: Carl Bosch Museum, Heidelberg

Entstehungsjahr: 2015

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Umgeben von Farben. Die Ausstellung beginnt mit einem begehbaren Raum, der die Vielfalt unserer farbigen Welt aufzeigt.
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Wir leben in einer Welt voller Farben. Sie helfen uns bei der Orientierung und zeigen Gefahren an, wecken Assoziationen und können Stimmungen beeinflussen.
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Was ist Farbe? Licht trifft auf Oberflächen; der zurückgeworfene Teil erzeugt im Auge einen Farbreiz; das Gehirn interpretiert die Information und erzeugt ein «Farberlebnis».
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Das Medienexponat «Elektromagnetisches Spektrum» gibt Auskunft über den Zusammenhang unterschiedlicher Wellenlängen und ihrer Eigenschaften. Von Gammastrahlen bis Radiowellen – und mitten drin ein kleiner Bereich zwischen 380 nm und 780 nm mit dem für den Menschen sichtbaren Farbspektrum.

Farben können auf unterschiedliche Weise sichtbar werden. Die Ausstellung zeigt die Prinzipien der Absorption, Brechung, Streuung und Interferenz. Infografiken sowie Medien- und Hands-on-Exponate vermitteln die Besonderheiten der Entstehung von Farben.

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Der zentrale Themenbereich «Wie sehen wir Farben?» gibt Auskunft über den Einfluss des Gehirns auf unsere Interpretation von Farben und erklärt mit interaktiven Exponaten Phänomene der Farbwahrnehmung.
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Wie sich Farben mischen wird oft als verwirrend empfunden. Wenn Licht auf Oberflächen trifft, entstehen andere Farbmischungen, als bei Farben, die ohne Umweg direkt in unsere Augen gelangen. Die Ausstellungsstation erklärt auf anschauliche Weise mit Grafiken und Hands-on-Exponaten den Zusammenhang und die Unterschiede zwischen «Licht- und Körperfarben».
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Die Station «Wie sich Farben mischen» beinhaltet auch ein Archiv zur Geschichte der Farbsysteme.
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Dass der Mensch schon sehr früh Farben benutzt hat, zeigen Höhlenmalereien. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts waren alle Farbstoffe und Pigmente natürlicher Herkunft. Ihre Herstellung war sehr aufwändig und sie sind zum Teil bis heute kostbare Handelsgüter.
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Farbstoffe und Pigmente werden unter dem Begriff «Farbmittel» zusammengefasst. Während sich Farbstoffe in Flüssigkeiten lösen und häufig zum Färben von Textilien oder Papier Verwendung finden, enthalten Lacke, Malerfarben oder Kosmetika winzige unlösliche Partikel, die als Pigmente bezeichnet werden.


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Die Geschichte der Körpermalerei oder wie die Redewendung «Blau machen» entstanden sein könnte, verraten Themenschubladen.
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Als moderne Farbmittel bezeichnet man synthetisch hergestellte Farben, die heute in enormer Vielfalt zur Verfügung stehen. Sie eignen sich für unterschiedlichste Anwendungen. Sogar selbstleuchtende Farben und welche mit «Flipflop-Effekt» oder thermoreaktive Farben erobern unseren Alltag.
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Wie eine Farbe erscheint, ist abhängig von ihrer Intensität, ihrem Glanz- und Transparenzgrad sowie von der Struktur der zu färbenden Oberfläche. Die Muster an dieser Wand zeigen den vielfältigen Einfluss der Materialbeschaffenheit auf die Farbwirkung.
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Welches ist das weltweit am häufigsten eingesetzte Farbmittel? Wurden kleine Mädchen schon immer in Rosa und Jungs in Hellblau gekleidet? Sieben Inseln erzählen spannende Farbgeschichten.
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Bereits in der frühen Eisenzeit wurde die Kermeslaus als Farbmittel genutzt. Seit der Entdeckung Amerikas wird häufig die noch besser färbende Cochenillelaus verwendet. Sie lebt auf Feigenkakteen und wird zur «Erntezeit» eingesammelt, getrocknet und gemahlen. Mit ihr lassen sich unter anderem Textilien, Schminke und Nahrungsmittel färben. Heute wird anstelle des natürlichen Farbstoffs meist ein synthetisch hergestellter verwendet, der mit Lebensmittelzulassung die Bezeichnung E120 trägt. Als preisgünstiger und nicht unumstrittener Ersatz gilt der Azofarbstoff Cochenillerot A, der mit der Kennzeichnung E 124 geführt wird.
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Die Farbe Gold ist nach dem gleichnamigen Edelmetall benannt. Der Begriff leitet sich aus dem indogermanischen Wort «ghel» ab und bedeutet «glänzend, gelb». Die besondere Erscheinung der Farbe Gold beruht auf dem Zusammenspiel mit dem metallischen Glanz ihrer Oberfläche.